Die Branche ist gefordert

Autor: Oskar E. Aeberli, Redaktor BR; Foto: zvg

 

 

 

 

 

 

Fast die Hälfte des Gesamtenergieverbrauchs der Schweiz geht auf das Konto der bestehenden Gebäude. Diese Tatsache ruft geradezu nach effizienten Sparmöglichkeiten. Deshalb ermittelte die Konferenz der Gebäudetechnik Verbände (KVTV) im Sommer 2015 mit Hilfe ihrer 37 Mitglieder-Verbände eine Liste von 140 Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Gebäudetechnik. Basierend auf der daraus resultierenden Potenzialabschätzung von Effizienzmassnahmen (TEP-Studie) beschloss das Bundesamt für Energie (BFE) Grundlagen zur Unterstützung der Umsetzung dieser Massnahmen zu erarbeiten.

Aufgrund einer Analyse der bestehenden diversen rechtlichen und wirtschaftlichen Hemmnisse sollte deshalb das Berner Institut Infras für Forschung und Beratung mit einer weiteren Studie aufzeigen, welche Instrumente die Umsetzung von Effizienzmassnahmen in der Gebäudetechnik möglichst wirksam und effizient unterstützen könnten. Nun liegen die Ergebnisse vor. Das ernüchternde Resultat: die Qualität der Gebäudetechnik ist aus energetischer Sicht mangelhaft. Zu dieser Erkenntnis gelangten die Autoren aufgrund von 22 Interviews mit Experten und Expertinnen der verschiedenen Akteurgruppen. Danach wird die Gebäudetechnik derzeit aus energetischer Sicht nicht optimal konzipiert, geplant, ausgeführt, betrieben und erneuert. Zum einen bestehen grosse Verbesserungspotentiale auf der Angebotsseite, d. h. bei den Leistungen der Branche. Zum andern fehlt auf Seiten der Gebäudeeigentümer und der Betreiber ein durchgängiges «Energieeffizienz-Management», das heisst, es fehlt eine ausgeprägte Nachfrage nach Energieeffizienz im Bereich der Gebäudetechnik.

Was ist zu tun? Die Umsetzung der Effizienzmassnahmen in der Gebäudetechnik sollte sich künftig vor allem auf bestehende Gebäude sowie auf die Inbetriebnahme bei Neubauten fokussieren. Bei Wohnbauten steht primär der Ersatz fossiler Wärmeerzeugung und die Verteilung durch erneuerbare Energien kombiniert mit einem bedarfsgerechten Betrieb dieser Anlagen im Vordergrund. Bei den Zweckbauten sind die Effizienzmassnahmen bei allen gebäudetechnischen Anwendungen und Projektphasen relevant.

Fazit: Soll das negative Image kurzfristig verbessert werden, ist die Branche in mehreren Bereichen gefordert.