Fussbodenheizung im Wohnungsflur

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Es gibt kaum eine Technik im Wohnungsbau, die sich in den vergangenen vierzig Jahren so schleppend entwickelt hat wie die Fussbodenheizung. Aber es gibt Lichtblicke! Die vielfältigen Entwicklungspotentiale in der Installation sowie im Betrieb von Fußbodenheizungen – gerade im kritischen Bereich des Wohnungsflurs – soll der folgende Beitrag aufzeigen.
Text: Dipl.-Ing. (FH) Peter Gabanyi /
überarbeitet durch Philipp Zulian, Leiter Technik Oventrop (Schweiz) GmbH

Die meisten Reklamationen bei Fussbodenheizungen im Wohnungsbau konzentrieren sich auf den Bereich des Wohnungsflurs: Zu hohe, nicht regelbare Raumtemperaturen, Parkettschäden, Spannungsrisse im Estrich, kalte Böden usw. – Energieverschwendung und Komforteinbussen sind die Konsequenzen.

Der mündige Mieter bzw. Immobilienkäufer kennt das Problem und nutzt es für Kaufpreis-Rückforderungen oder Mieteinbehalt. Bis heute gibt es in Bezug auf die oben geschilderte Problematik erst vereinzelt Lösungen von Herstellern.

«Technische Lösungen» oder doch eher «Kompromisse»?
1.
  Beheizen muss man Korridore gem. ENDK Vollzugshilfe EN103 Kapitel 10.1. wie auch alle weiteren beheizten Räume. Ausgenommen von einer Einzelraumregulierung sind davon Heizkreise mit einer Vorlauftemperatur von ≤30 Grad. Ansonsten wird der Korridor gem. SIA384.201 K.3.1 Tabelle 7, abweichend von den anderen Räumen, auf maximal 15 – -18 Grad beheizt und sollte nach SIA384.1 Kapitel 7.3.3.2 mit einer Einzelraumregelung betrieben werden.

2.  Nicht temperaturgeregelt werden müssen (gem. Vollzugshilfe EN103 Kapitel 10.2) kleine innenliegende Räume, sofern weder nennenswerte solare Wärmegewinne noch innere Gewinne von Abwärme vorhanden sind. Um eine konstante Bodentemperatur zu erreichen reicht eine Regulier-u. Absperreinheit. Die Wärmeabgabe des Bodens an den Raum soll gegen Null gehen.

Der gesamte Flurboden soll eine gleichmässige Beheizung aufweisen, um auch Materialspannungen im Estrich zu vermeiden und Komfort zu generieren. Im Folgenden einige «Technische Kompromisse», die derzeit praktiziert werden:

  • Zuleitungen durch den Flur werden isoliert im Estrich verlegt. Das reduziert die Wärmeabgabe der Rohre, ist aber nicht regelbar. Der zusätzlich drüber verlegte regelbare Heizkreis bleibt meistens ungebraucht, da der Thermostat den Heizkreis schliesst, der Boden wird in einem Bereich überheizt, im andern bleibt er kalt.
  • Die Heizwassertemperatur weiter herunterzusetzen, um die unkontrollierte Wärmeabgabe der Zuleitungen zu reduzieren ist nach SIA 384.1 K 6.3.3.1.1 nicht möglich, der ungünstigste Raum mit dem grössten spezifischen Wärmebedarf bestimmt demnach die Vorlauftemperatur.
  • Bei Trockensystemen können die Zuleitungen aus Platzgründen nicht isoliert werden. Der Wegfall der Wärmeleitbleche darunter reduziert die Wärmeabgabe der Rohre drastisch, aber nicht ausreichend. Die Bleche haben aber zusätzlich die Funktion der Lastverteilung, die durch den Wegfall stark reduziert wäre und zu Bodenschäden führen kann.
Grafik: Oventrop (Schweiz) GmbH
Grafik: Oventrop (Schweiz) GmbH

Fast alle Kompromisse haben auch eine höhere Raumtemperatur im Flur zur Folge. Bei dieser Temperatur handelt es sich ausserdem um eine nicht regelbare, dauernde Raumtemperatur. Alle Temperaturen über der Temperatur der umliegenden Räume stellen eine Komforteinbusse dar – Energieverschwendung inklusive.
Es bleibt demnach festzuhalten: Alle in diesem Zusammenhang bekannten Kompromisse stellen keine praktikablen technischen Lösungen dar: Der Planer, der den derzeitigen «Sonderlösungen» folgt, wiegt sich in Sicherheit und muss sich später (unter Umständen) vor Gericht mit dem «Gesetzgeber», der angeblich diese Lösungen toleriert, herumschlagen.

Der Wohnungsflur ist kein «Nebenraum»! Er ist der zentrale Raum der Wohnung. Alle Wege zwischen den Räumen der Wohnung führen über den Flur. Bei Architekten heisst der Slogan: «Vom Flur zum Entree, vom Durchgangszimmer zum Empfangsbereich».

Grafik: Oventrop (Schweiz) GmbH
Grafik: Oventrop (Schweiz) GmbH

15 oder 18 Grad Raumtemperatur im Wohnungsflur?
Im Zusammenhang mit Fussbodenheizungen und Komfort wird eine gleichmässige Raumtemperatur in allen Räumen der Wohnung empfohlen. Alle Fussböden, auch im Korridor, sollen aus Komfortgründen ähnliche Oberflächentemperaturen aufweisen – zumindest nicht kalt sein.

Bei 18 Grad Raumtemperatur muss im Normalfall nur bei aussenliegenden Fluren eine geringe Heizlast über die Fussbodenheizung gedeckt werden. Ein auf 15 Grad gerechneter innenliegender Flur hat in der Regel keine Heizlast, er muss nicht beheizt werden. Aber: Ein kalter Boden zwischen beheizten Räumen einer Wohnung mit Fussbodenheizung stellt eine eklatante Komforteinbusse dar! Es wäre paradox zu glauben, der Endverbraucher würde einen kalten Flurboden tolerieren, während in anderen Räumen die Temperaturwelligkeit des Bodens reklamiert wird.

Grafik: Oventrop (Schweiz) GmbH
Grafik: Oventrop (Schweiz) GmbH

Die Aufgabe fehlerfrei lösen!
Eine dezentrale Verteilung löst die Probleme bei der Fussbodenheizung. Um die unkontrollierte Wärmeabgabe zu vermeiden, wird ein Verteilleitungspaar unter dem Estrich, auf dem Rohfussboden, installiert. Der Flur bekommt einen eigenen Kreis zum Heizen. Der Wohnungsverteiler entfällt ganz. Die gesetzlich vorgeschriebene Einzelraumregelung für jeden Raum kann zudem, aus wirtschaftlichen wie ökologischen Gründen, ein Stetigregler ohne Hilfsenergie übernehmen. Elektrische Stellantriebe inkl. Verkabelung entfallen ebenfalls.

Interessant ist das komplette Fussbodenheizungs-System «Unidis» mit dezentraler Verteilung von Oventrop. Es bietet verschiedene Einzelraumregler, elektronische Wohnungsstationen, Montagekanäle, vorgefertigte Rohranschlüsse, Kreuzungsfittings und Trittschalldämmung, Rohre mit Montagezubehör sowie Verbindungsstücke mit DVGW-Zulassung.

Das Kernstück des Fussbodenheizsystems ist die «Unibox E BV» von Oventrop.
Das Kernstück des Fussbodenheizsystems ist die «Unibox E BV» von Oventrop.

Das Kernstück des Systems ist die «Unibox E BV», eine thermostatische Einzelraumregelung mit patentiertem Bypass. Dieser Bypass, der Energieeinsparung und Komfort generiert, löst nebenbei auch das Problem Flur-Beheizung. Wird Heizlast gefordert, arbeitet das Thermostatventil der «Unibox» normal. Wird keine Heizlast gefordert und ist das Thermostatventil geschlossen, sorgt der patentierte Bypass dafür, dass der Boden nicht auskühlt. Die individuell einstellbare Wassermenge kann so genau eingestellt werden, dass über die Beheizung keine Wärme an den Raum abgegeben wird. Die moderne Retrotrust Lösung bietet auch eine elektrische Variante.

Oventrop (Schweiz) GmbH
Lerzenstrasse 16
CH-8953 Dietikon
Tel. +41 (0) 44 215 97 97
www.oventrop.ch