Geberit Gruppe verzeichnet anspruchsvolles Geschäftsjahr

AquaClean Mera Dusch-WC im Langzeittest. Foto Geberit AG
AquaClean Mera Dusch-WC im Langzeittest. Foto Geberit AG

Die Geberit Gruppe konnte im vergangenen Geschäftsjahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Bauindustrie in Europa den Umsatz und das Verkaufsvolumina deutlich steigern. Neue Produkte und ein breit abgestütztes Wachstum trugen ebenso positiv zur Entwicklung bei, wie fortgeführte Investitionen in Innovationen. Ebenfalls wurden alle wichtigen grösseren Investitionsprojekte wie geplant umgesetzt.

Trotz weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen für die Sanitärindustrie nahm der währungsbereinigte Nettoumsatz der Geberit Gruppe im Gesamtjahr 2025 in Europa um +4,1 Prozent zu. Ausserhalb Europas wuchs die Region Nahost/Afrika (+24,8 Prozent) deutlich und auch Amerika verzeichnete einen Anstieg (+3,9 Prozent). Dagegen lag der Umsatz in der Region Fernost/Pazifik (-0,6 Prozent) leicht unter Vorjahr. Bei den Produktbereichen erhöhte sich der währungsbereinigte Nettoumsatz bei den Badezimmersystemen um +6,1 Prozent, bei den Installations- und Spülsystemen um +5,5 Prozent und bei den Rohrleitungssystemen um +3,0 Prozent.

Überzeugende operative Resultate
Die operativen Margen erreichten vor dem Hintergrund eines anhaltend schwierigen Marktumfelds ein Niveau leicht unter demjenigen des Vorjahres – dies inklusive der Einmalbelastungen durch die im Januar 2025 angekündigte Schliessung eines Keramikwerks in Deutschland in Höhe von EUR 18 Mio. (60 Basispunkte) auf Stufe EBITDA und EUR 24 Mio. auf Stufe EBIT. Bereinigt um diese Einmalbelastung hätte ein Anstieg der EBITDA-Marge um 40 Basispunkte resultiert. Positiv auf die Margen wirkten sich das erfreuliche Volumenwachstum, Effizienzsteigerungen sowie die im Vorjahresvergleich leicht tieferen direkten Materialkosten aus. Die Lohninflation, höhere Energiepreise, Investitionen in Wachstumsinitiativen in ausgewählten Entwicklungsmärkten, diverse Digitalisierungs- und IT-Projekte sowie negative Währungsentwicklungen hatten einen reduzierenden Einfluss.

Finanzielles Fundament unverändert stark
Das sehr gesunde Niveau beim Free Cashflow und bei der Verschuldung ermöglichten eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik und weitere Aktienrückkäufe bei gleichzeitiger Beibehaltung des starken finanziellen Fundaments der Gruppe.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von CHF 3’641 Mio. auf CHF 3’858 Mio. Die liquiden Mittel nahmen von CHF 408 Mio. auf CHF 586 Mio. zu. Daneben stand eine nicht beanspruchte, fest zugesicherte Betriebskreditlinie für das operative Geschäft in Höhe von CHF 500 Mio. zur Verfügung. Die Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich von CHF 1’373 Mio. im Vorjahr auf CHF 1’355 Mio. Entsprechend gingen die Netto-Schulden nicht zuletzt aufgrund der positiven Entwicklung beim Free Cashflow per Ende 2025 deutlich um CHF 196 Mio. auf CHF 769 Mio. zurück.

Strategische Stabilität trotz schwer voraussehbarer Marktnachfrage
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Anlagen betrugen 2025 CHF 173 Mio. Das sind CHF 9 Mio. beziehungsweise 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Bezogen auf den Nettoumsatz lag die Investitionsquote bei 5,5 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent). Die leicht tieferen Investitionen waren auf ein im Vorjahresvergleich planmässig geringeres Volumen bei den strategischen Werkserweiterungen zurückzuführen. Alle wichtigen grösseren Investitionsprojekte wurden wie geplant umgesetzt.

Im Berichtsjahr konnte in den Werken eine Produktivitätssteigerung von 4 Prozent erzielt werden. Diese Steigerung ist in erster Linie gezielten Massnahmen zur Verbesserung der Effizienz und höheren Volumina zu verdanken.

Anzahl Mitarbeitende angestiegen
Ende 2025 beschäftigte die Geberit Gruppe weltweit 11’278 Mitarbeitende (FTE). Das entspricht einer Zunahme von 168 Personen oder +1,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Zunahme ist auf Kapazitätsanpassungen in den Bereichen Produktion und Logistik aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr höheren Volumina sowie auf eine Stärkung, respektive einen Ausbau im Vertrieb zurückzuführen.

Innovation als Basis für künftiges Wachstum
Die im Branchenvergleich überdurchschnittliche Innovationsstärke von Geberit beruht auf einer breit abgestützten eigenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Im Berichtsjahr wurden insgesamt CHF 86 Mio. (Vorjahr CHF 88 Mio.) oder 2,7 Prozent des Nettoumsatzes für die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten, Verfahren und Technologien aufgewendet.

Darin enthalten sind erhebliche Ausgaben für Werkzeuge und Betriebsmittel für die Fertigung von neu entwickelten Produkten, die im Rahmen der Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Anlagen getätigt wurden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 18 Patente angemeldet, in den letzten fünf Jahren insgesamt 144 Patente.

Ausblick 2026
Die geopolitischen Risiken und die damit verbundenen makroökonomischen Unsicherheiten sind nach der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten deutlich gestiegen, was einen Ausblick auf das makroökonomische Umfeld sowie auf die für die Bauindustrie bedeutenden Entwicklungen der Inflation, Zinsen und Konsumentenstimmung erschwert. Insgesamt wird die Weltwirtschaft erheblichen Unwägbarkeiten ausgesetzt sein. Europa dürfte nach wie vor mit gedämpften Wachstumsaussichten konfrontiert sein.

Die Nachfrage in der Bauindustrie hat sich nach den starken Rückgängen seit Mitte 2022 im Jahr 2025 insgesamt stabilisiert, mit einer je nach Land/Markt unterschiedlichen Entwicklung beim Neubau- und beim Renovationsgeschäft. In Europa wird im Jahr 2026 insgesamt ein leichtes Marktwachstum, jedoch noch keine Markterholung erwartet. Diese Einschätzung basiert auf der Stabilisierung der Baugenehmigungen im Jahr 2025; entsprechend wird für das Geschäft mit Neubauten im laufenden Jahr eine stabile Entwicklung erwartet. Für das Renovationsgeschäft, das rund 60 Prozent zum Geberit Umsatz beiträgt, wird erneut eine leicht positive Entwicklung erwartet; dies wird durch mehrere für diesen Bereich relevante Indikatoren gestützt, beispielsweise durch gestiegene Immobilientransaktionen. Ausserhalb Europas wird für die Bauindustrie ein gemischtes Bild erwartet. In mehreren Märkten, beispielsweise in Indien, wird eine weiterhin starke Nachfrage prognostiziert. In China hingegen wird aufgrund der eingebrochenen Neubautätigkeit ein fortgesetzter Rückgang der Marktnachfrage erwartet.

Geberit

Die weltweit tätige Geberit Gruppe ist europäischer Marktführer für Sanitärprodukte und feierte im Jahr 2024 ihr 150-jähriges Bestehen. Geberit verfügt in den meisten Ländern Europas über eine starke lokale Präsenz und kann dadurch sowohl auf dem Gebiet der Sanitärtechnik als auch im Bereich der Badezimmerkeramiken Mehrwerte bieten. Die Fertigungskapazitäten umfassen 26 Produktionswerke, davon 4 in Übersee. Der Konzernhauptsitz befindet sich in Rapperswil-Jona. Mit rund 11’000 Mitarbeitenden in rund 50 Ländern erzielte Geberit 2025 einen Nettoumsatz von CHF 3,2 Milliarden. Die Geberit Aktien sind an der SIX Swiss Exchange kotiert und seit 2012 Bestandteil des SMI (Swiss Market Index).   www.geberit.ch