
Der neue Trockenraum von CSEM stärkt das Schweizer Batterie-Innovationsökosystem, indem er den Zugang zu modernsten Entwicklungsbedingungen erweitert. Er ergänzt die bereits von führenden Industrieakteuren aufgebauten Kompetenzen und fördert eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie. Der offene Zugang ist für die Schweiz von strategischer Bedeutung: Batteriezellen sind ein Kernelement der Energiewende und der industriellen Wertschöpfung, doch entsprechende Infrastrukturen sind international nach wie vor stark konzentriert.
Batterien sind ein Eckpfeiler der Energiewende und weltweit eine strategische Industrietechnologie. Das Schweizer Technologie-Innovationszentrum CSEM hat in seinem Battery Innovation Hub in Neuchâtel einen Trockenraum eröffnet, den es der Industrie nun zur Verfügung stellt. In der Trockenraumumgebung können Unternehmen, Start-ups und KMU unter industriellen Bedingungen Batteriezellen der nächsten Generation entwickeln. Diese Möglichkeiten werden immer wichtiger, da Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung davon abhängen, ob man die Batteriezelle selbst beherrscht. Der Zugang zu dieser Art von Infrastruktur konzentriert sich nach wie vor auf das Ausland und auf einige wenige grosse Industrieunternehmen.
Schlüsselvoraussetzung für Batterien der nächsten Generation
Fortschrittliche Batterietechnologien basieren zunehmend auf Materialien, die extrem feuchtigkeitsempfindlich sind, dazu gehört Lithium-Metall. Der Trockenraum von CSEM wird mit einem Taupunkt von etwa −50 Grad oder darunter betrieben, sodass diese Materialien unter Bedingungen verarbeitet werden können, die industriellen Produktionsanforderungen entsprechen.
Auf rund 37 m2 ist der Trockenraum mit einer Pilotlinie zur Montage von Pouch-Zellen bis 5 Ah ausgestattet, einem in Smartphones und Elektrofahrzeugen weit verbreiteten Zellformat. So können neue Zellkonzepte von der Laborforschung in industriell relevante Formate übertragen werden.
«Batterien entwickeln sich zu einer tragenden Säule des Energiesystems der Zukunft», sagt Andrea Ingenito, Co-Leader CSEM Battery Innovation Hub. «Wer ihre Produktion beherrscht, wird einen zentralen Teil der Energiewende kontrollieren. Mit diesem Trockenraum können wir neue Materialien und Zellkonzepte entwickeln und ihre industrielle Realisierbarkeit demonstrieren.»
Warum Innovation auf Zellebene entscheidend ist
Moderne Elektrofahrzeuge enthalten Tausende einzelner Batteriezellen, während in der Unterhaltungselektronik nur wenige zum Einsatz kommen. Verbesserungen auf Zellebene wirken sich daher direkt auf Reichweite, Kosten und Sicherheit ganzer Energiesysteme aus.
Die Batterietechnologien werden auch zu einem Schlüsselfaktor für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Bereits heute machen Batterien rund 30 bis 40 Prozent der Kosten eines Elektrofahrzeugs aus, und ihre Bedeutung nimmt in den Bereichen Mobilität, stationäre Energiespeicherung und industrielle Anwendungen weiter zu.
«Die nächste Generation von Batterien wird nicht nur darüber entscheiden, wie weit Elektrofahrzeuge fahren können, sondern auch darüber, wie effizient wir erneuerbare Energie speichern und wie wettbewerbsfähig die Schweiz und Europa in diesem Bereich sind», erklärt Andreas Hutter, Co-Leader CSEM Battery Innovation Hub.
Stärkung der Schweiz im globalen Wettlauf um Batterien
Die Produktion von Batteriezellen ist weltweit stark konzentriert: Der Grossteil der Fertigung findet in Asien statt, während Europa massiv in neue industrielle Kapazitäten investiert. In diesem Zusammenhang ist der Zugang zu einer modernen Entwicklungsinfrastruktur strategisch entscheidend.
Mit der Öffnung des Trockenraums für Industrie, Start-ups und KMU trägt CSEM dazu bei, eine kritische Lücke in der Innovationslandschaft der Schweiz zu schliessen. Unternehmen erhalten Zugang zu einer hochmodernen Entwicklungsinfrastruktur, die ansonsten hauptsächlich im Ausland oder innerhalb grosser Industriekonzerne verfügbar ist.
Mit dem Battery Innovation Hub und dem nun einsatzbereiten Trockenraum trägt CSEM dazu bei, die Position der Schweiz im internationalen Wettbewerb um zukünftige Batterietechnologien zu stärken und den Innovationstransfer von der angewandten Forschung hin zur industriellen Anwendung zu beschleunigen.
Fortsetzung der regionalen Unterstützung
Der CSEM Battery Innovation Hub wird auch künftig starke regionale Unterstützung erhalten. Die Banque Cantonale Neuchâteloise (BCN) hat ihre Unterstützung für die nächsten zwei Jahre erneuert und bekräftigt damit ihr Engagement für Innovation und industrielle Entwicklung in der Region.
Pierre-Alain Leuenberger, CEO der BCN, bringt es auf den Punkt: «Der CSEM Battery Innovation Hub ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Forschung, Industrie und regionale Akteure zusammenarbeiten können, um langfristigen, nachhaltigen Wert zu schaffen. Die BCN ist stolz darauf, CSEM weiterhin dabei zu unterstützen, Cleantech zu entwickeln sowie Schweizer Unternehmen die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben, welche sie brauchen, um innovativ zu sein, zur Energiewende beizutragen und in einem schnelllebigen globalen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.»
CSEM
CSEM ist ein Schweizer Technologie-Innovationszentrum, das bahnbrechende Technologien mit bedeutenden gesellschaftlichen Auswirkungen entwickelt und diese in die Industrie überführt, um die Wirtschaft zu stärken. Die öffentlich-private non-profit Organisation ist international renommiert und unterstützt die Innovationstätigkeit von Unternehmen in der Schweiz und im Ausland. CSEM ist in den Bereichen Präzisionsmikrofertigung, digitale Technologien und nachhaltige Energien tätig.
Um seine Mission als Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft zu erfüllen, arbeiten 600 Mitarbeitende aus 46 Ländern eng mit den führenden Universitäten, Fachhochschulen, Forschungsinstituten und Industriepartnern zusammen. Mit seinen sechs Standorten in Allschwil, Alpnach, Bern, Landquart, Neuenburg und Zürich ist CSEM schweizweit aktiv. www.csem.ch






