
Unter dem Motto «Next Energy. Sicher. Smart. Zukunftsfähig.» versammelte der 10. aeesuisse Kongress am 7. Mai 2026 mehr als 400 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung im Klybeck 610 in Basel. Im Zentrum der zehnten Kongressausgabe stand die Frage, wie die Versorgungssicherheit während der laufenden Energiewende gewährleistet werden kann. Am Vorabend des zehnten aeesuisse Kongresses kamen rund 150 geladene Gäste für ein Jubiläumsdinner auf der MS Rhystärn zusammen.
Das Jubiläumsprogramm beleuchtete drei zentrale Themenfelder: die Sicherung der Energieversorgung in Zeiten der Transformation, innovative Technologien und intelligente Konzepte zur Beschleunigung der Energiewende sowie konkrete Projekte, die bereits heute zur nachhaltigen Energiezukunft beitragen. Diese und weitere Fragen wurden mit zahlreichen hochkarätigen Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland diskutiert.
Technologische und politische Perspektiven der Energiewende
Einen ersten inhaltlichen Schwerpunkt am Vormittag setzte Tim Meyer mit seiner Keynote zum Thema «Next Energy». Er betonte: «Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell Elektrifizierung und Erneuerbare Energien fossile Energieträger verdrängen. Bereits erreichte Marktanteile und das Veränderungstempo sind viel höher, als die meisten denken». Im darauffolgenden Fachgespräch ordnete Markus Flatt, Partner EVU Partners, die Ausführungen aus Schweizer Perspektive ein. Zusätzliche Impulse lieferte Christoph Bellin, Head of Development & Projects bei ALPIQ, zum Thema Speicher: «Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bleibt die Achillesferse Europas. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist der einzige Weg, diese Abhängigkeit wirksam zu reduzieren. Speicher sind dabei kein Ergänzungselement mehr, sondern ein Schlüsselspieler der Versorgungssicherheit.»
Am Nachmittag richtete sich der Blick zunächst auf die energiepolitische Ausgangslage in der Schweiz durch Referate von Stefan Batzli, Co-Geschäftsführer der aeesuisse, und Yves Bichsel, Generalsekretär des UVEK. Anschliessend weitete Cornelia Daniel, Geschäftsführerin Dachgold e.U., die Perspektive auf Österreich und zeigte auf, welches Potenzial in neuen marktwirtschaftlichen Modellen für die Energiewende liegt. Mit Verweis auf mehr als 10’000 gemeinschaftliche Strommodelle und einen Anteil von 95 Prozent erneuerbarem Stromverbrauch in Österreich machte sie deutlich, wie dynamisch sich eine erneuerbare Energiezukunft entwickeln kann, wenn die regulatorischen Voraussetzungen stimmen.
Energiespeicherplan der aeesuisse
Wie diese Transformation in der Schweiz konkret abgesichert werden kann, zeigte anschliessend die Präsentation des neuen Energiespeicherplans der aeesuisse durch Fabienne Thomas, Co-Geschäftsführerin der aeesuisse, und Thomas Nordmann, Firmengründer und Geschäftsführer der TNC Consulting AG sowie Leiter der aeesuisse Fachgruppe Energiespeicher (FESS). Der vom FESS erarbeitete Energiespeicherplan bestätigt, dass alle Speichertechnologien, die die Schweiz in einem versorgungssicheren Netto-Null-Szenario benötigt, bereits bekannt und technisch verfügbar sind. Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es jedoch einen klareren Rechtsrahmen für innovative Speicherlösungen, Fortschritte in der Raumplanung, harmonisierte Normen und Standards, dynamische Netztarife sowie gezielte Anpassungen von Förderinstrumenten und Regulierung. Die im Rahmen des Energiespeicherplans modellierten Szenarien belegen zudem eindeutig: Ohne uneingeschränkten Zugang zum Europäischen Strommarkt wird die Versorgungssicherheit um mehrere Milliarden teurer – die Schweiz braucht das Stromabkommen mit der EU.
Zukunftsweisende Projekte im Fokus
Mit dem «Markt der Energiewendemacher» rückten zum Abschluss des Kongresstages konkrete Umsetzungsprojekte in den Fokus. Im Rahmen eines Live-Projekt-Pitchings kürte das Publikum HVO SA zum Gewinner des aeesuisse Preises 2026. Die junge Firma aus dem Jura verfolgt eine klare Mission: Kunststoffabfälle nicht entsorgen, sondern in den Kreislauf zurückführen. Dabei konzentriert sich HVO bewusst auf Materialien, die bisher kaum verwertbar sind. Mit diesem Ansatz leistet HVO einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Umweltbelastungen und zur Umsetzung einer echten Kreislaufwirtschaft. Aus vermeintlichem Müll entstehen neue Rohstoffe und Energie. So wird aus einem ökologischen Problem eine wirtschaftliche Perspektive und ein Modell, das zeigt, wie Innovation den Klimaschutz voranbringen kann.
aeesuisse
Die aeesuisse ist der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Er vertritt die Interessen von 40 Branchenverbänden und 600 Unternehmen in der Schweiz. In ihrem Sinne engagiert sich die aeesuisse gegenüber der Verwaltung, der Politik und der Gesellschaft für eine fortschrittliche und nachhaltige Energie- und Klimapolitik und er orientiert sich dabei an der Umsetzung der Energiestrategie 2050 und an der Erreichung der Pariser Klimaziele. www.aeesuisse.ch





