‹ETH Learning Factory› in Zug geplant

Die ETH Zürich wird die Learning Factory betreiben und Lehre sowie Forschung verantworten. Visualisierung: zvg
Die ETH Zürich wird die Learning Factory betreiben und Lehre sowie Forschung verantworten. Visualisierung: zvg

Im Tech Cluster Zug entsteht in den kommenden Jahren ein neuartiger Lern-, Arbeits-und Forschungsort: In der ETH Learning Factory Zug arbeiten Studierende der ETH Zürich gemeinsam mit Lernenden, Berufsleuten und Forschenden an realen Fragestellungen aus Industrie und Gesellschaft. So werden Hochschulbildung und Berufsbildung gezielt miteinander verbunden und das duale Bildungssystem weiterentwickelt.

Wie entsteht aus einer Idee für eine neue industrielle Lösung ein funktionierender Prototyp – und was kann ein angehender Polymechaniker dabei von einer ETH-Studentin lernen? In der neuen ETH Learning Factory Zug sollen Lernende, Studierende und Forschende künftig gemeinsam an realen Herausforderungen aus der Industrie arbeiten und voneinander profitieren.

Getragen wird das Projekt von der ETH Zürich, dem Kanton Zug, der Stadt Zug sowie derzeit neun Zuger Unternehmen. Der Regierungsrat des Kantons Zug und der Stadtrat von Zug haben beschlossen, dass sich Kanton und Stadt an der ersten Etappe der ETH Learning Factory Zug beteiligen. Auf dem Areal der Tech Cluster Zug AG soll ein neuer Lern- und Arbeitsort entstehen – mit modern ausgestatteten Lernräumen, Werkstätten, digitalen Lernumgebungen und Begegnungszonen für interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Inhaltlicher Fokus und Zielsetzung
Die Aktivitäten der Learning Factory schliessen die Automatisierung und Digitalisierung der Industrie, nachhaltige Systeme sowie digitales Lernen ein. Lernende aus Berufsbildungsberufen und Studierende arbeiten dabei eng zusammen. Die ETH Zürich betreibt die Learning Factory und verantwortet Lehre und Forschung, unterstützt durch rund 20 Vollzeitstellen vor Ort.

Finanzierung und Vereinbarungen
Die Gesamtkosten der ersten Etappe betragen über zehn Jahre rund 110 Millionen Franken. Der Kanton Zug beteiligt sich mit 55 Millionen Franken und die Stadt Zug mit 27,5 Millionen Franken. Weitere Mittel kommen von Wirtschaftspartnern und Eigenleistungen der ETH Zü-rich durch die Lehrveranstaltungen von Dozierenden. Der Kanton Zug schliesst zwei Fördervereinbarungen ab: mit dem Tech Cluster Zug (Urban Assets Zug AG) für Infrastruktur und Nutzung sowie mit der ETH Zürich und der ETH Zürich Foundation für Betrieb und Weiterentwicklung. Die Stadt Zug schliesst ebenfalls eine Fördervereinbarung mit der ETH sowie der ETH Zürich Foundation für Betrieb, Entwicklung und Einrichtung ab. Alle Vereinbarungen laufen über zehn Jahre mit Kündigungsmöglichkeiten nach fünf Jahren bei Nichterreichen zentraler Meilensteine.

Mehrwert für Region und Wirtschaft
Mit der ETH Learning Factory Zug entsteht ein Ort, an dem Wissen, Praxis und Innovation un-mittelbar zusammenkommen. Unternehmen profitieren von praxisnahen forschungsbasierten Ideen und qualifizierten Talenten, während Lernende und Studierende an realen Projekten aus der Industrie lernen. Für Kanton und Stadt Zug eröffnet das Projekt eine neue Form der Talentförderung und Co-Edukation von Studierenden und Lernenden mit langfristigem Nutzen für Ausbildung, Forschung und Wirtschaft. Für die ansässigen Unternehmen auf dem Tech Cluster Zug kreiert das Projekt ein enormes Potenzial für ein kollaboratives Ökosystem.

Zukunftsprojekt mit Strahlkraft
Für alle Partner – Kanton Zug, Stadt Zug, ETH Zürich und die beteiligten Unternehmen – ist die ETH Learning Factory Zug eine langfristige Investition in Bildung und Innovation. Sie schafft einen Ort, an dem Lernen, Forschung und Praxis aufeinandertreffen und nachhaltig wirken.

Diese gemeinsame Investition legt die Grundlage dafür, dass kommende Generationen von Fachkräften optimal auf technologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen vorbereitet sind.

Nächste Schritte
Es ist geplant, dass die parlamentarischen Prozesse (inklusive einer Urnenabstimmung in der Stadt Zug) bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sind. Nach einer Zustimmung der Parlamente (Kantonsrat und Grosser Gemeinderat) sowie der Stimmberechtigten in der Stadt Zug könnte das Umbauprojekt im Jahr 2027 starten. Damit wäre ein Bezug des Gebäudes im Laufe des Jahres 2029 möglich.

Mitwirkende Unternehmen
Urban Assets Zug AG/Tech Cluster Zug AG, Bossard AG, Holcim AG, Metall Zug AG, MET Holding AG, SHL Medical AG, Siemens Schweiz AG, VZ Vermögenszentrum AG und V-ZUG AG