
Der neue Standort des ETH Swiss GeoLab in Luzern steht fest: Das Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung wird im D4 Business Village in Root aufgebaut. Der Standort besticht durch ein attraktives Umfeld, eine gute ÖV-Verbindung nach Zürich und sofort verfügbare, skalierbare Flächen.
Die ETH Zürich baut in den nächsten zehn Jahren ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung in Luzern auf. Ermöglicht wird das Zentrum durch eine grosszügige Donation der Jörg G. Bucherer-Stiftung. Das ETH Swiss GeoLab wird Daten aus dem All, aus der Luft und vom Boden, sowie KI-gestützte Analysemethoden und Hochleistungsrechner nutzen, um Lösungen für konkrete Herausforderungen zu entwickeln – von der Früherkennung von Naturkatastrophen bis hin zu Ernteprognosen für die Landwirtschaft.
Nach einem dreimonatigen Evaluationsprozess, der von der Luzerner Wirtschaftsförderung professionell unterstützt wurde, hat sich die ETH nun für einen Standort im Kanton Luzern entschieden. Die Wahl ist auf das D4 Business Village in der Gemeinde Root bei Luzern gefallen. Der Standort besticht neben seiner guten Erreichbarkeit – der ETH-Campus in Zürich ist mit dem Zug in unter einer Stunde erreichbar – durch sofort verfügbare, flexibel einsetzbare und erweiterbare Flächen.
Starkes unternehmerisches Umfeld
Ausschlaggebend war auch das attraktive unternehmerische Umfeld mit dem Technopark Luzern in unmittelbarer Nachbarschaft. «Im Business Village gibt es ein aktives Innovationsökosystem. Dieses Umfeld schafft für ein neues Forschungszentrum, das von Anfang an mit Start-ups und Tech-Firmen zusammenarbeiten will, ideale Voraussetzungen», sagt Dr. Felix Seidel, der Geschäftsführer des ETH Swiss GeoLab.
Der Luzerner Regierungsrat und Wirtschaftsdirektor Fabian Peter zeigt sich über den neuen Standort erfreut: «Mit dem ETH Swiss GeoLab gewinnt der Wirtschaftsstandort Luzern einen attraktiven Partner. Um das Business Village und den Technopark herum entsteht ein Innovationscluster, von dem der Kanton Luzern und die gesamte Zentralschweiz profitieren.» Um den Aufbau des ETH Swiss Geo-Labs zu unterstützen, beteiligt sich der Kanton Luzern im Umfang von 2,8 Millionen Schweizer Franken an den Kosten für die Infrastruktur des Standorts.
Eröffnung im Sommer
Das Interesse am GeoLab-Standort in Luzern war gross. Bis zum Ende der Eingabefrist im November 2025 gingen 46 Bewerbungen bei der Wirtschaftsförderung Luzern ein. Die ETH Zürich hat diese Standorte systematisch und nach klaren Kriterien bewertet. Sieben Standorte schafften es schliesslich in die engere Auswahl und wurden von einer ETH-Delegation im Januar besichtigt und vertieft geprüft. Sie befanden sich sowohl in der Stadt als auch in der Agglomeration Luzern.
Die ETH Zürich plant, den neuen Standort im Sommer dieses Jahres zu eröffnen. Zunächst wird ein Kernteam um Geschäftsführer Felix Seidel in Luzern tätig sein. In einem nächsten Schritt stossen wei-tere Teams hinzu, die für spezifische Forschungsprojekte nach Luzern kommen. Seine volle Grösse wird das ETH Swiss GeoLab um 2030 herum erreicht haben. Rund 100 Experten werden vor allem projektbasiert in Luzern tätig sein.
Erste Pilotprojekte bereits geplant
Ein erstes konkretes Pilotprojekt soll die Früherkennung von Massenbewegungen wie Fels- und Bergstürze durch Satellitenbilder sein. «Einzelne Kantone wie das Wallis, Bern oder Graubünden nutzen Satellitendaten bereits heute. In Zusammenarbeit mit dem WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) wollen wir diese kantonalen und lokalen Früherkennungssysteme wo möglich optimieren und auf die gesamten Schweizer Alpen ausweiten», erklärt ETH-Professorin Verena Griess, die das neue Zentrum als Co-Direktorin gemeinsam mit ETH-Professor Thomas Zurbuchen leitet.
Ein weiteres Ziel des GeoLabs ist die Entwicklung eines KI-Modells, das mit grossen Mengen verschiedener Geodaten trainiert wird. Diese Daten stammen von Satelliten, Drohnen, Sensoren, Messstationen und anderen Quellen und ermöglichen dem Modell, komplexe räumliche Zusammenhänge zu interpretieren – zum Beispiel welche Gebiete besonders durch Massenbewegungen gefährdet sind. Dieses Modell soll dereinst Entscheidungsträgern, Forschenden und auch privaten Firmen zur Verfügung stehen.
Offen für Partnerschaften
Auch eine erste Ausschreibung für Forschungsprojekte, auf die sich Schweizer Forschende bewerben können, soll – wenn möglich – noch dieses Jahr lanciert werden. Den Rahmen für diese Ausschreibung erarbeiten Seidel und sein Team im Austausch mit Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Ab 2027 sollen dann die ersten Teams in Luzern an diesen Projekten arbeiten. Um vielversprechende Technologien und Lösungen zu skalieren, sollen Entscheidungsträger, Start-ups und Industriepartner von Anfang an involviert werden.
«Wir wollen innovative Lösungen im Bereich Erdbeobachtung dorthin bringen, wo sie gebraucht werden und am meisten Wirkung entfalten. Dafür sind wir auf passende Partner angewiesen», erklärt Seidel. Ein Ziel des GeoLabs ist es, Firmen und Behörden dabei zu unterstützen, technologische Hürden zu überwinden und Projekte zu realisieren, die für sie allein womöglich zu riskant wären. Auch mit der Hochschule Luzern gibt es bereits erste Gespräche über mögliche Kooperationen.






