9. Juli 2026
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    Boom bei Batteriespeichern, Rückgang bei PV-Modulen

    Megaslate Solargelànder am Hotel Victoria Villars sur Ollon. Foto: 3S Swiss Solar Solution
    Megaslate Solargelànder am Hotel Victoria Villars sur Ollon. Foto: 3S Swiss Solar Solution

    Im Jahr 2026 werden die Zwischenziele für neue erneuerbare Energien gemäss Energiestrategie 2050 erreicht – 9 Jahre vor dem Zieldatum. Photovoltaik leistete dazu den entscheidenden Beitrag. Gleichzeitig hat der PV-Ausbau letztes Jahr an Schwung verloren, was ein Indiz für den Wandel im Strommarkt darstellt. Zur Erreichung der Ziele des Stromgesetzes sind nun Anpassungen bei den Rahmenbedingungen für den PV-Ausbau notwendig. Wichtige Elemente sind Vereinfachungen für lokale Strommodelle (ZEV und LEG) sowie die Höhe der Einmalvergütung. Entscheidend für den weiteren Ausbau ist die intelligente Kombination mit Batteriespeichern. Deren Marktwachstum von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr stimmt optimistisch. Nun liegt es an den Verteilnetzbetreibern, mit tarifarischen Anreizen und einheitlichen Datenstandards die Speicherung von Solarstrom weiter zu optimieren.  

    Am 9. Juli 2026 hat das Bundesamt für Energie die Solarenergie-Statistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Sie zeigt wiederum einen deutlichen Zuwachs der installierten Photovoltaikleistung auf neu 9,5 Gigawatt, die im vergangenen Jahr knapp 8 Terawattstunden (TWh) Strom lieferten, was nahezu 14 Prozent des Endverbrauchs entspricht. Solarstrom lieferte damit den grössten Teil der gesamten Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) von 10.3 TWh. Für diese Technologien wurde im Rahmen der Energiestrategie eine Produktion von 11,4 TWh im Jahr 2035 angestrebt – dieses Zwischenziel wird bereits im laufenden Jahr erreicht. Zumindest in dieser Hinsicht ist die Energiestrategie 2050 umgesetzt. Zur Erreichung des mit dem Stromgesetz 2024 neu gesetzten Ziels von 45 TWh erneuerbarer Energien ausserhalb Wasserkraft im Jahr 2050 braucht es jedoch verbesserte Rahmenbedingungen.

    Photovoltaik-Markt im Wandel
    Die Statistik verzeichnet für 2025 zum ersten Mal seit 2017 einen Rückgang der Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen, und zwar um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist eine Begleiterscheinung der strukturellen Veränderung, in der sich der Photovoltaik-Markt befindet – nicht nur in der Schweiz. Die rasante Zunahme der Solarstromproduktion in den letzten Jahren führte zu deutlichen Verschiebungen am Strommarkt, mit tiefen Preisen über Mittag im Sommer und höheren Preisen in den Morgen- und Abendstunden sowie im Winter. Damit steigt die Bedeutung des lokal gespeicherten und verbrauchten Stroms.

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    Anreize für Eigenverbrauch und lokalen Strom notwendig
    Mit der Inkraftsetzung des Stromgesetzes wurden neue, bisher noch zu wenig etablierte Instrumente eingeführt, um die Solarstromproduktion stärker auf den Verbrauch auszurichten. Dazu zählen insbesondere die virtuellen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV), die lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sowie die Netzentgelt-Befreiung für Batteriespeicher. Insbesondere bei den LEG zeigen sich Konstruktionsfehler, die leicht zu beheben wären: Einerseits braucht es eine Anhebung des Rabatts auf die Netznutzung von 40 auf 60 Prozent (resp. 20 auf 40 Prozent bei Nutzung mehrerer Netzebenen), andererseits die Möglichkeit, Strom zwischen den Netzebenen 5 und 7 oder umgekehrt zu handeln.

    Unsicherheiten durch neue Abnahmevergütung kompensieren
    Ein Anreiz zur marktdienlichen Netzeinspeisung von Solarstrom bildet die ab nächstem Jahr (mit einer Übergangsfrist bis 2028) neu geregelte Abnahmevergütung von Solarstrom. Sie basiert auf dem Stundenmarktpreis, kombiniert mit einer Minimalvergütungsprämie zur Sicherstellung des langfristigen Investitionssicherheit. Den Netzbetreibern steht es zudem frei, andere Vergütungsmodelle anzubieten bzw. zusätzlich die Herkunftsnachweise für Solarstrom abzunehmen. Die neue Regelung sorgt bei einigen PV-Betreibern und potenziellen Investoren derzeit teilweise für Verunsicherung. Um dem zu begegnen und um zusätzliche Anreize für den Bau neuer PV-Anlagen zu schaffen, verlangt Swissolar eine gegenüber dem Vorschlag des Bundesrats stärkere Erhöhung der Einmalvergütung per April 2027.

    Boom am Batteriespeichermarkt
    Batteriespeicher sind ein zentrales Element der nächsten Phase des Photovoltaik-Ausbaus. Sie machen Solarstrom rund um die Uhr verfügbar, auch in der Nacht und bei schlechtem Wetter. Sie erlauben es, Produktion und Verbrauch optimal aufeinander abzustimmen und die Netzeinspeisung von Solarstrom bei tiefen Preisen zu vermeiden. Im vergangenen Jahr wurde eine zusätzliche Speicherkapazität von 490 Megawattstunden (MWh) installiert, 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Somit waren per Ende 2025 mehr als 93’000 Batteriespeichersysteme installiert, ein Plus von 42 Prozent gegenüber 2024*. Die gesamte installierte Kapazität lag Ende 2025 bei 1380 MWh, womit der Tagesverbrauch von rund 140’000 Haushalten gedeckt werden könnte.

    Chancen der Batteriespeicher besser nutzen
    Bund und Energieversorger haben erst teilweise erkannt, welches enorme Potenzial die Batteriespeicher sowie die Elektromobilität in Kombination mit Photovoltaik für eine kostengünstige, stabile und effiziente Energieversorgung bieten. Verteilnetzbetreiber müssen mit dynamischen Bezugs- und Abnahmetarifen Anreize zum netzdienlichen Betrieb der Batteriespeicher schaffen und mit einheitlichen Datenstandards für einen intelligenten Betrieb sorgen.

    Erwartungen für 2026
    Swissolar erwartet für das laufende Jahr eine Stabilisierung der Photovoltaik-Installationen mindestens auf dem Niveau von 2025, da nun die neuen Instrumente zu greifen beginnen. Solarstrom dürfte im Jahr 2026 knapp 17 Prozent des Strom-Endverbrauchs decken. Bei den Batteriespeichern dürfte sich der Boom fortsetzen – gegenüber dem Vorjahr dürfte sich die neu installierte Kapazität dieses Jahr nochmals verdoppeln.

    * In diesen Zahlen sind die «Front-of-the-meter»-Speicher der Netzbetreiber nicht enthalten. 

    Weitere Informationen:
    BFE Statistik Sonnenenergie 2025

     

    Swissolar

    Swissolar ist der Schweizerische Branchenverband für Sonnenenergie. Er vertritt die Interessen von rund 1300 Verbandsmitgliedern mit über 10’000 Arbeitsplätzen in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. www.swissolar.ch