
Die BKW schloss das erste Halbjahr 2026 mit einer soliden Gesamtleistung von CHF 2’182,5 Mio. ab, 3,1 Prozent unter Vorjahr. Das Geschäftsfeld Power Grid entwickelte sich stabil und Infrastructure & Buildings positiv. Das Resultat des Geschäftsfelds Energy Solutions hingegen wurde temporär belastet. Dank der guten Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds des Kernkraftwerks Mühleberg stieg der Reingewinn gegenüber dem Vorjahr um 7,0 Prozent auf CHF 217,6 Mio..
Die BKW war im ersten Halbjahr gut unterwegs, trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen. Eine ungünstige Kombination von Umweltfaktoren – wenig Wasser verbunden mit tiefem Windaufkommen – kam zusammen mit unerwarteten Entwicklungen in der Geopolitik. Auf Stufe Betriebsergebnis (EBIT) lieferte das Geschäftsfeld Power Grid im Vorjahresvergleich ein erwartet stabiles Resultat, während sich Infrastructure & Buildings positiv entwickelte. Im Geschäftsfeld Energy Solutions beeinflussten insbesondere die Marktverwerfungen infolge der Situation im Nahen Osten temporär den Ertrag.
Energy Solutions von Marktentwicklungen beeinflusst
Energy Solutions erzielte im ersten Halbjahr eine Gesamtleistung von CHF 950.7 Mio., mit 4,2 Prozent leicht unter Vorjahr (1. Halbjahr 2025: CHF 992,0 Mio.). Aufgrund der besonderen Umwelt- und Marktsituation verringerte sich das EBITDA um 21,2 Prozent auf CHF 193,7 Mio. (1. Halbjahr 2025: CHF 245,7 Mio.) und das EBIT um 24,2 Prozent auf CHF 156,9 Mio. (1. Halbjahr 2025: CHF 207,0 Mio.).
Die Wasserproduktion war im ersten Halbjahr erneut von anspruchsvollen hydrologischen Bedingungen geprägt. Wegen der tiefen Pegelstände wurde weniger produziert als im Vorjahr. Auch die Windkraftwerke produzierten weniger, mangels Wind. Zudem wurde Energy Solutions im Stromhandelsgeschäft durch die Marktverwerfungen infolge der Situation im Nahen Osten temporär belastet. Gleichzeitig profitierte das Geschäftsfeld davon, dass Strommengen für das Kalenderjahr 2026 bereits vor drei Jahren zu hohen Terminmarktpreisen abgesichert werden konnten. Zudem eröffneten die Preisschwankungen bei den Systemdienstleistungen zur Stabilisierung der Netze und im Intraday-Handel zusätzliche Ertragschancen, insbesondere während der Hitzeperiode im Juni. Zugleich wirkte sich die Performance der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds des Kernkraftwerks Leibstadt positiv auf das Ergebnis aus.
Power Grid mit stabilem Resultat
Die Gesamtleistung des Geschäftsfelds Power Grid betrug im ersten Semester 2026 CHF 322,8 Mio., leicht über dem Vorjahr (1. Halbjahr 2025: CHF 319,3 Mio.). Das EBITDA nahm um 2,3 Prozent auf CHF 122.8 Mio. zu (1. Halbjahr 2025: CHF 120,0 Mio.), das EBIT um 1,9 Prozent auf CHF 68,0 Mio. (1. Halbjahr 2025: CHF 69,3 Mio.) ab. Die Energiedurchleitung lag im ersten Halbjahr über dem Vorjahreswert. Diese höhere Durchleitungsmenge wirkte sich positiv auf die Gesamtleistung und das EBIT-Resultat aus. Anderseits stiegen die Abschreibungen gegenüber der Vorjahresperiode wegen der weiterhin hohen Investitionstätigkeit in die Netzinfrastruktur.
Infrastructure & Buildings legte bei der Profitabilität weiter zu
Die Gesamtleistung des Geschäftsfelds Infrastructure & Buildings ging von CHF 957,5 Mio. leicht um 2,6 Prozent auf CHF 932.8 Mio. zurück. Dies ist insbesondere auf den konsequenten Fokus der BKW auf profitables Wachstum zurückzuführen. So gelang es dem Geschäftsfeld, das EBITDA um erfreuliche 5,8 Prozent auf CHF 75,7 Mio. (1. Halbjahr 2025: CHF 71,6 Mio.) zu steigern. Das EBIT wuchs sogar um 12,8 Prozent auf CHF 34,7 Mio. (1. Halbjahr 2025: CHF 30,8 Mio.). Gleichzeitig konnte die EBIT-Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent erhöht werden. Die gute Auftragslage mit margenstarken Projekten in den Bereichen Engineering und Hochleitungsbau hat massgeblich zu dieser Steigerung der Profitabilität beigetragen. Auch das Servicegeschäft in der Gebäudetechnik konnte weiter ausgebaut werden. Dagegen bleiben die Marktbedingungen im Photovoltaik-Geschäft weiterhin herausfordernd.
Investitionen zur Umsetzung der Strategie «Solutions 2030»
Die BKW hat in der Berichtsperiode weitere wesentliche Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie «Solutions 2030» erreicht. Diese zielt darauf ab, die Position der BKW als breit aufgestellte Infrastrukturbetreiberin und Dienstleisterin weiterzuentwickeln. Insgesamt beliefen sich die Investitionen im ersten Halbjahr auf CHF 209,7 Mio. (Vorjahr: CHF 226,7 Mio.).
Von diesen Investitionen gingen CHF 65,5 Mio. in das Geschäftsfeld Energy Solutions. In der italienischen Region Apulien ist der Windpark Cerignola nach einer Bauzeit von nur zwölf Monaten vollständig in Betrieb gegangen. Er zählt nun mit einer Leistung von 125 MW und einer jährlichen Produktion von über 310 GWh zu den grössten Windparks im BKW Portfolio – ein Meilenstein in der Umsetzung der Strategie «Solutions 2030». Damit will die BKW ihr Produktionsportfolio auf 4,7 GW Leistung erhöhen und den Anteil der erneuerbaren Energieproduktion erweitern.
Im Mai hat die BKW für die geplante Grossbatterieanlage in Mühleberg eine Grundsatzvereinbarung mit Swissgrid über eine Netzanschlusskapazität von 400 MW abgeschlossen. Einen weiteren wichtigen Zwischenschritt markiert der Baubeginn von Grimsel 4 beim Partnerwerk Kraftwerke Oberhasli AG. Das neue Pumpspeicherwerk zwischen dem Grimsel- und dem Räterichsbodensee erhöht die Flexibilität der gesamten Grimselanlage markant.
Zudem hat die BKW die unternehmerischen Aktivitäten in Frankreich erfolgreich verstärkt. Durch die Übernahme des Energieversorgers Volterres SAS ist die BKW zu einer der bedeutenden Anbieterinnen von Energiedienstleistungen geworden.
Der grösste Teil der Investitionen (CHF 87,5 Mio.) ging im ersten Halbjahr in das Verteilnetz. Diese Investitionen braucht es, um die Netzinfrastruktur an die neuen Bedürfnisse und Anforderungen anzupassen. Die Energiewelt wird dezentraler, erneuerbare Energien spielen eine grössere Rolle, und die Kunden wünschen neue Angebote. Das zeigt sich auch im Versorgungsgebiet der BKW: Ende Juni 2026 waren bereits rund 35’500 erneuerbare Stromerzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von circa 1,2 GW an das BKW Verteilnetz angeschlossen. Ausserdem hat die BKW in den ersten sechs Monaten des Jahres den Rollout von intelligenten Stromzählern weiter beschleunigt: Per Ende Juni 2026 waren im Versorgungsgebiet der BKW bereits 211’000 Smart Meter installiert. Zum Vergleich: Per Ende 2025 waren es rund 135’000.
Im Geschäftsfeld Infrastructure & Buildings summierten sich die Investitionen auf CHF 44,9 Mio.. Sie gingen hauptsächlich in organisches Wachstum.
Ausblick 2. Halbjahr 2026
Für die Geschäftsfelder Infrastructure & Buildings und Energy Solutions geht die BKW von einem stärkeren zweiten Halbjahr aus. Das Geschäftsfeld Power Grid dürfte sich weiterhin stabil präsentieren. Die BKW erwartet für 2026 ein EBIT im unteren Bereich des Anfang Jahr genannten Zielbands von CHF 650 Mio. bis CHF 750 Mio..
BKW Gruppe
Die BKW Gruppe ist ein international tätiges Energie- und Infrastrukturunternehmen mit Sitz in Bern. Sie beschäftigt über 12’300 Mitarbeitende. Dank ihrem Netzwerk von Firmen und ihren innovativen Technologien bietet sie ihren Kunden umfassende Kompetenzen in den Bereichen Infrastruktur, Gebäude und Energie an. So plant, baut und betreibt sie Energieproduktions- und Versorgungsinfrastrukturen für Unternehmen, Private sowie die öffentliche Hand und bietet digitale Geschäftsmodelle für erneuerbare Energien.
Das Portfolio der BKW Gruppe reicht heute von der Planung und Beratung im Engineering für Energie-, Infrastruktur- und Umweltprojekte über integrierte Angebote im Bereich der Gebäudetechnik bis zum Bau, Service und Unterhalt von Energie-, Telekommunikations-, Verkehrs- und Wassernetzen. Die Namenaktien der BKW AG sind an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert. www.bkw.ch






